04/16/2026 | ACTUALITÉ

Impact-Studie "Wirtschaftsfaktor Universität & Universitätsklinikum"

Universität Freiburg

Die Albert-Ludwigs-Universität (UFR) und das Universitätsklinikum Freiburg (UKF) gehören zu den wichtigsten Motoren Freiburgs und leisten weit über die Region hinaus einen erheblichen Beitrag zur Wirtschaftsleistung, Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft.

Die vor diesem Hintergrund vom Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI) im Auftrag der Freiburg Wirtschaft Touristik und Messe GmbH mit Unterstützung von UFR und UKF erstellte Studie zum Impact untersucht den wirtschaftlichen Beitrag der beiden Einrichtungen sowohl für Freiburg und die Region als auch für Deutschland insgesamt. Im Fokus stehen dabei zum einen die unmittelbaren Nachfrageeffekte (Beschäftigung, Beschaffung, Ausgaben von Studierenden), zum anderen die langfristigen angebotsseitigen Effekte von Bildung und Wissenstransfer.

Die Impact-Studie zeigt, dass UFR und UKF zu den stärksten wirtschaftlichen Treibern der Region gehören und zugleich weitreichende Effekte für die gesamtdeutsche Wirtschaft entfalten. Die Einrichtungen geben zusammen jährlich rd. 1,64 Mrd. € aus (ca. 1,015 Mrd. € Personalkosten, 626 Mio. € Sachkosten), von denen etwa ein Drittel unmittelbar in der Region Freiburg wirksam wird.

Über Personal, Beschaffung und die Ausgaben der Studierenden lösen UFR und UKF regionale Nachfrageeffekte von insgesamt rd. 2,65 Mrd. € pro Jahr aus. Im Einzelnen werden lokal wirksame Einkommenseffekte aus Personalausgaben von etwa 1,36 Mrd. €, aus Sachaufwendungen von etwa 290 Mio. € und aus der Studierendenkaufkraft von rd. 1 Mrd. € ausgewiesen. Unter Einbeziehung überregionaler Nachfragetransfers beläuft sich der gesamte jährliche Beitrag zur deutschen Wirtschaftsleistung auf etwa 3,95 Mrd. €.

Aus diesen Ergebnissen leitet die ISI-Studie klare Multiplikatoreffekte ab: Der regionale Nachfragemultiplikator liegt bei 1,61, der gesamte nachfrageseitige Multiplikator auf nationaler Ebene bei 2,41. Berücksichtigt man zusätzlich die langfristigen, wissens- und bildungsbedingten Effekte, steigt der wirtschaftliche Gesamteffekt (sog. "Bruttoinlandsprodukt (BIP)-Multiplikator") auf 4,73 im Verhältnis zum Gesamtbudget von 1,64 Mrd. €. Haushalterisch, d.h. nach Abzug der direkt zurückfließenden Steuer- und Abgabeneinnahmen, ergibt sich sogar ein Netto-Multiplikator von 7,07.
Das heißt, jeder Euro, der netto in die Universität und das Universitätsklinikum Freiburg investiert wird, erzeugt langfristig über sieben Euro an gesamtwirtschaftlicher Wertschöpfung.

Die fiskalische Bedeutung ist erheblich: Allein aus den Löhnen resultieren Steuer- und Sozialabgaben von knapp 500 Mio. € jährlich, ergänzt um weitere, schwerer quantifizierbare Effekte aus Mehrwert-, Gewerbe- und Unternehmenssteuern. Die Studie macht damit deutlich, dass die öffentlichen Mittel für UFR und UKF zu einem großen Teil unmittelbar in Form von Steuern und Abgaben zurückfließen und darüber hinaus substanzielle zusätzliche Wertschöpfung generieren.

Besonders relevant sind die angebotsseitigen Effekte von Bildung, Forschung, Transfer und wissensbasierten Gründungen. Auf Basis von Absolventenzahlen, Drittmitteln, Publikationen und Beschäftigten wird ein jährlicher ökonomischer Gesamteffekt von rund 7,77 Mrd. € geschätzt, der die Rolle Freiburgs als überregional wirksamer Wissens- und Innovationsstandort unterstreicht. Die Studie identifiziert dabei unter anderem etwa 50 universitäre Spin-offs im Raum Freiburg und belegt, dass Hochschulaktivitäten in signifikantem Umfang zu regionalem BIP-Wachstum und Beschäftigung beitragen.

Die Studie zeigt eindrucksvoll, dass Investitionen in UFR und UKF einer der zentralen Hebel zur Stärkung des regionalen Innovationsökosystems, zur Sicherung qualifizierter Arbeitsplätze und zur Erhöhung der regionalen wie nationalen Wertschöpfung sind.