Zukunftscluster „nanodiag BW“ für Nanotechnologie

Die Schlagkraft regionaler Netzwerke nutzen, um aus exzellenter Forschung Innovation entstehen zu lassen: Dafür steht der 2019 gestartete Wettbewerb „Clusters4Future“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). Im Juli 2022 wurde bekannt, dass der Wettbewerbsbeitrag "Nanoporentechnologie für die molekulare Diagnostik der Zukunft" (nanodiag BW), federführend koordiniert von der Hahn‐Schickard‐Gesellschaft für angewandte Forschung e.V. und der Medizinischen Fakultät der Universität Freiburg, zu den Gewinnern der zweiten Wettbewerbsrunde gehört.

Zukunftscluster leisten einen wichtigen Beitrag zum Wissens- und Technologietransfer und zur Stärkung des Innovationsstandorts Deutschland: Sie knüpfen unmittelbar an die Spitzenforschung in den Regionen an und sorgen dafür, dass Innovationen schneller im Alltag ankommen. Ziel von nanodiag BW ist es, die Nanoporentechnologie in innovative Produkte und Dienstleistungen zu überführen, um beispielsweise Erkrankungen wie Krebs, Diabetes, Herz-Kreislauf-, neurodegenerative und Infektionserkrankungen früher als bisher erkennen und gezielter behandeln zu können. 

Innovationsnetzwerke stärken

Nanodiag BW verbindet Disziplinen von den naturwissenschaftlichen Grundlagen und Materialwissenschaften bis hin zu Nanotechnologie, Mikroelektronik, mikrofluidischer Analytik und klinischer Medizin. Mit mehr als 40 Akteuren aus Forschung und Industrie entwickelt der Cluster nanodiag BW Analysesysteme zur Identifizierung von posttranslationalen Modifikationen von Proteinen. Die Umsetzung dieser Durchbrüche wird in diagnostische Produkte, zugehörige innovative Dienstleistungen und wachstumsstarke Start-ups führen und leistet damit einen Beitrag zur Stärkung der nächsten Generation regionaler Innovationsnetzwerke.

In Freiburg gelingt der Technologie- und Wissenstransfer

Hier verschmelzen Erkenntnisse des Max-Planck-Instituts für Epigenetik und Ergebnisse der Universitären Forschung in der medizinischen Membranphysiologie mit nanotechnologischen Entwicklungen und künstlicher Intelligenz der Technischen Fakultät. Die Vision der Akteure ist es mit Hilfe von Nanoporensensoren sogenannte „epigenetische“ Veränderungen an wichtigen Bausteinen der Natur, DNA und Proteinen, zu entschlüsseln. Die angestrebte Translation dieser neuen Technologie in die klinische Praxis soll die Prävention, Diagnostik und Therapie verbreiteter Erkrankungen wie Diabetes, Krebs oder Alzheimer verbessern und einen regionalen Beitrag zur internationalen Gesundheitswirtschaft leisten, mit Fachkräften neuen Profils und einem Aufwuchs an Arbeitsplätzen. An der Verwertung der Ergebnisse sind die Freiburger Start-ups Actome, Ionera und Temicon beteiligt, auch weitere Neugründungen sind angestrebt.

Nanoporen im Einsatz für die molekulare Diagnostik der Zukunft klären epigenetische Faktoren bei Krankheiten auf und verbessern die Prognostik.
Beim Kick-Off-Meeting treffen alle Wissenschaftlerinnen, Wissenschaftler und Projektpartner von nanodiag BW zusammen. © Hahn-Schickard
Hahn-Schickard unterstützt Start-ups und KMUs bei der Produktentwicklung und Herstellung von Funktionsmustern für Diagnostik und Analytik. Im eigenen Reinraum stehen dafür verschiedene Prozesse und Fertigungslinien zur Verfügung. © Hahn-Schickard, Klaus Polkowski

„Freiburg ist ein Standort, an dem die Translation von Forschungsergebnissen in die Praxis besonders gut gelingt! Die Vorteile bestehen in einer multidisziplinären und gut verzahnten Infrastruktur, die die Entwicklung komplexer Systeme begünstigt. Und Freiburg zeichnet sich besonders durch eine lebendige Gründer- und Innovationskultur aus.“

Apl. Prof. Dr. Felix von Stetten,
Clustersprecher von nanodiag BW und Mitglied der Institutsleitung Hahn-Schickard-Gesellschaft für angewandte Forschung e.V.

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Bildquelle: © Hahn-Schickard, Wolfgang von Sperl